EWTO

Die WT-Schule von nebenan: Trier

Vor 11 Jahren begann Constantin Mock seine WT-Ausbildung in Koblenz bei seinem Si-Hing Jan-Holger Nahler seinem Si-Fu Heiko Martin, 5. Meistergrad WT. Heute leitet er die WingTsun-Schule in Trier.

Da ich mir im Vergleich mehrere andere Kampfsportarten angesehen hatte und bereits beim ersten Kontakt von der Logik des WT überzeugt war, entschloss ich mich zu einer Intensivausbildung zum WT-Ausbilder. Durch kombinierten Unterricht bei meinen Ausbildern vor Ort mit bis zu sieben mal Training por Woche, sowie Unterrichtseinheiten auf Schloss Langenzell und internationalen Lehrgängen kam ich meinem Ziel Schritt für Schritt näher.

Die ersten Erfahrungen im Unterricht sammelte ich in meiner Mutterschule in Koblenz. Durch meine Assistenzarbeit bei den Gewaltpräventions- und Selbstverteidigungskursen meines Si-Hings wurde mir ein Einblick in die Hintergründe von Straftaten und die Polizeiarbeit gewährt. Aktuelle Statistiken über Gewalttaten und Verbrechen, psychologische Aspekte der Täter- und Opferrolle sowie der sensible Umgang mit Kindern wurden so bereits sehr früh für mich zum Thema.

1996 zog ich nach Trier, um dort Jura zu studieren. Nachdem ich in der Trierer WT-Schule in den Folgejahren als freier Assistent hin und wieder ausgeholfen hatte, übernahm ich schließlich im Juni 2001 die WT-Schule mit damals 12 Schülern und gründete das WingTsun-Zentrum Trier.

Bis heute hat sich die Schülerzahl mit Hilfe meiner tüchtigen Assistenten erheblich vergrößert, wofür ich mich an dieser Stelle bei allen herzlich bedanken möchte.

Heute ist das WingTsun-Zentrum Trier ein Unternehmen, das in unserer Region zum Begriff für Qualität im Bereich der Kampfkunst und Gesundheit geworden ist. Wir kooperieren mit Fitness- und Tanzstudios, den Volkshochschulen, der Universität und der Fachhochschule, sowie mit Schulen und Kindergärten.

EWTO-Prüfungslehrgänge in Trier

Das WT-Zentrum Trier wird von Sifu Andreas Gross, 6. Meistergrad WT betreut. Sifu Andreas besucht uns viermal im Jahr, um im Namen der EWTO Prüfungslehrgänge abzuhalten. Die Lehrgänge sprühen stets vor guter Laune und bringen einprägsame Beispiele mit neuen Anregungen und schweißtreibenden Übungen.

Die Kindheit prägt – Gewaltprävention als Berufsschwerpunkt

Heute vermittle ich als Lehrer das, was mich als Schüler damals so beeindruckt hat. Die Auseinandersetzung mit dem Thema Gewaltprävention.
Ich wurde in meiner Kindheit schon früh mit dem Thema Gewalt durch Raufereien und Auseinandersetzungen mit anderen Kindern und Erwachsenen konfrontiert, da ich mich schon damals gerne für andere einsetzte. Diese Angewohnheit zog sich wie ein roter Faden durch meinen Lebensweg und manifestierte sich letztlich auch in meiner Berufswahl:

Ich bin Rechtsanwalt und gleichzeitig Lehrer für Gewaltprävention, Kampfkunst und Gesundheit. Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt in allen Gebieten im präventiven Bereich.

In Zusammenarbeit mit der Polizei, dem Weissen Ring und anderen Kinder- bzw. Jugendschutzeinrichtungen veranstalte ich Gewaltpräventionskurse, insbesondere für Kinder, Frauen und Senioren.

Während meiner beruflichen Laufbahn versuchte ich unzählige Menschen in die Lage zu versetzen, sich mit körperlichen Techniken wehren zu können. Aber egal wie einfach oder wie raffiniert diese Techniken vielleicht gewesen sein mögen, blieben es doch nur Techniken zur Schadensbegrenzung.

In den letzten Jahren ist mir bewusst geworden, dass die Prävention im Bezug auf eine Gewalttat wichtiger ist als das Fokussieren auf die körperliche Auseinandersetzung als solche.

Vergleicht man eine Gewalttat mit einer Krankheit, so wird leicht nachvollziehbar, dass ähnlich wie bei der Gesundheitserhaltung, die Vorbeugung eine wichtigere Rolle einnimmt als die bloße Nachsorge.

Wenn ich auf meine Erfahrungen mit ehemaligen Schülern oder Kursteilnehmern zurückblicke, stelle ich fest, dass eine Vielzahl von Menschen dabei war, die auch nach einer Selbstverteidigungsschulung wahrscheinlich nicht in der Lage gewesen wären, sich körperlich bei einer Eskalation durchzusetzen.

Früher suchte ich den Grund in mangelndem Training oder in mangelnder Begabtheit der Schüler und tat diese „Fälle“ damit ab, dass es Ausnahmen seien.
Heute meine ich jedoch erkannt zu haben, dass diese Fälle nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel darstellen.

Aufgrund dieser Erkenntnis entschloss ich mich vor einiger Zeit, mein Unterrichtskonzept umzustellen und den Schwerpunkt auf die Vermittlung von Gewaltvermeidungsstrategien zu setzen.

Die Integration des BlitzDefence in die Unterrichtsprogramme der EWTO bestätigte meine Erfahrungswerte ebenfalls. Kampfkunst als solche ist mit einer realen Gewaltsituation im Alltag nicht immer kompatibel.

Das BlitzDefence stellt eine sinnvolle Ergänzung zur Gewaltprävention dar, da es sich ebenfalls mit den psychologischen Hintergründen einer Gewalttat auseinandersetzt und insbesondere den sog. Ritualkampf unter Männern und Frauen mit einbezieht.

Bei Kindern, Senioren und allen anderen Personen, die sich mit dem Thema körperliche Gewalt bereits grundsätzlich schwer tun, bedarf es zusätzlich einer Ergänzung auf strategischer Ebene. Durch den regelmäßigen Gedankenaustausch mit meinen Lehrern und Kollegen, sowie Pädagogen und Psychologen versuche ich immer wieder, neue Impulse in mein Unterrichtskonzept einfließen zu lassen.

Gesundheit als Berufsergänzung

1996 begann ich die Ausbildung zum energetisch-statischen Behandler und Akupunkturmasseur in der Schweiz. Geprägt von unzähligen Erfahrungen im Gesundheitsbereich setzte ich mich mit einer Vielzahl von alternativen Gesundheitssystemen auseinander. Dieses Wissen vermittele ich heute meinen Schülern, wenn sie ein akutes Problem zu bewältigen haben bzw. sich auf der Suche nach der Lösung eines chronischen Problems befinden.

Die Systeme des Yoga, Tai Chi und ChiKung haben mir weiterführend die Richtung gewiesen, ebenfalls trainingstechnisch mit dem so genannten Chi (= Energie) zu arbeiten. Jeder, der einmal WT-ChiKung ausprobiert hat, weiß von den gesundheitsfördernden Wirkungen, selbst wenn man kein Vertreter der „esoterischen Schiene“ sein sollte.

Ich sehe meine Aufgabe darin, diese alternativen Gesundheitssysteme an diejenigen weiterzuvermitteln, die sich auf der Suche nach einer Ergänzung oder Erweiterung zum heute vorherrschenden System der Schulmedizin befinden. Die Menschen können so ein natürliches Bewusstsein zu sich selbst entwickeln, was ein intensiveres Wahrnehmen von Körper, Geist und Seele beinhaltet.

Der Höhepunkt meiner Kampfkunstlaufbahn

Den bisherigen Höhepunkt meiner WT-Laufbahn erlebte ich im November 2002, als mein Si-Fu mich für den Sifu-Titel vorschlug. Ich war damals erst 27 Jahre alt. Dementsprechend kam diese frühe Ehre überraschend für mich. Es machte mich im gleichen Moment sehr stolz, dass mein Sifu und ebenfalls mein Si-Gung, Sifu Kernspecht, dieses Vertrauen in mich setzten.

Seit ca. 5 Jahren werde ich im WT ebenfalls durch meinen Sipak, Sifu Hans-Peter Edel, 6. Meistergrad WT, intensiv als Privatschüler betreut. Auch an Sifu Hans-Peter soll an dieser Stelle ein großes Dankeschön gerichtet werden. Durch ihn durfte ich neben vielen anderen positiven Lebenserfahrungen, ebenfalls internationale Erfahrungen im WT sammeln. Seit 2001 reisen wir gemeinsam nach England, um im Hauptquartier der Englischen WingTsun Organisation, Tunbridge Wells WT zu unterrichten. Es ist stets eine Bereicherung für meine Englischkenntnisse sowie selbstverständlich für mein WT, da Sifu Hans-Peter für die Engländer immer die eine oder andere Überraschung „aus dem Ärmel zaubert“.

Es ist eine Ehre für mich, Sifu Edel assistieren zu dürfen. Er und auch mein Si-Fu Heiko Martin sind zwei Meister, die es trotz Ihrer hohen Graduierung verstehen, weiterhin menschlich kompetent und stets bescheiden zu sein. Durch Ihre persönliche, offene Art und ihre herzliche Betreuung all die Jahre empfinde ich ein tiefes Gefühl der Loyalität zu beiden. Ich hoffe, in Zukunft noch einige dieser Tugenden und weitere Lehrinhalte der dritten Ebene des WT von ihnen lernen zu dürfen.